Balthasar NeumannBalthasar

Balthasar Neumann
1687-1753
Baumeister, Ingenieur und Artillerist
* Januar 1687 in Eger

+ 19. Augsut 1753 in Würzburg
Konfession: katholisch

Niemand hätte seinerzeit wohl ahnen können, dass aus dem siebten von acht Kindern eines armen Tuchmachers im böhmischen Eger später einer der genialsten Baumeister des Barock werden würde. Mit einem Lehrbrief versehen, der ihn als "Büchsenmeister der Ernst- und Lustfeuerwerkerey" auswies, ging der junge Balthasar Neumann auf die Wanderschaft und erreichte im Jahr 1711 Würzburg. Dort sollte er zwei Persönlichkeiten kennenlernen, die seinen weiteren Werdegang prägten: den fürstbischöflichen Ingenieurhauptmann Andreas Müller, der die Begabung Neumanns erkannte, förderte und ihn in der Militär- und Zivilbaukunst ausbildete, und Johann Philipp Franz von Schönborn, Fürstbischof von Würzburg, der den 32jährigen 1719 mit der Planung eines repräsentativen Residenzschlosses in Würzburg beauftragte. Dieses Bauwerk, das ihn bis zu seinem Tod beschäftigte, sollte nach seinen eigenen Worten "der späten Nachwelt ein unauslöschliches, ewiges Gedächtnis einprägen, damit die nach vielen Jahrhunderten kommenden Nachfahrn zu unserer Verehrung und ihrer Bewunderung sehen mögen, wie sehr unser Franken in dieser Zeit "glücklich war". Auf dem Gebiet der Profanbaukunst spiegeln in besonderem Maße die von Neumann geschaffenen Treppenhäuser - so in der Würzburger Residenz und in den Schlössern Bruchsal und Augustusburg - das geniale Können wider, den Baustoff der künstlerischen Vorstellung dienstbar zu machen. Durch sein immenses technisches Können gelangen Neumann vor allem bei Wölbungen Lösungen für scheinbar unlösbare Bauprobleme. Bei der Gestaltung sakraler Bauwerke findet seine Kunst ihren höchsten und vollendetsten Ausdruck in der Wallfahrtskirche Vierzehnheiligen und der Abteikirche Neresheim; letztere ist in ihrer Raumphantasie kaum mehr zu übertreffen. Doch nicht nur den großen repräsentativen Bauten galt Neumanns Schaffen. 1729 war er zum Baudirektor für die beiden Hochstifte Würzburg und Bamberg ernannt worden, so dass er sich um das gesamte Militär-, Profan- und Kirchenbauwesen sowie um die private Bautätigkeit in Würzburg kümmern mußte. Dieses Betätigungsfeld hat der Nachwelt eine Vielzahl von Zeugnissen der Kunst Balthasar Neumanns hinterlassen.


Quelle: "Von der Baumwolle zum Geldschein", Deutsche Bundesbank 1995
Bildvorlage: Gemälde von Marcus Freidrich Kleinert aus dem Jahr 1727.


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