Wilhelm und
Jacob Grimm![]() Wilhelm
und Jacob Griimm Die Brüder Jacob und Wihlhelm Grimm, die sich in glücklicher Weise ergänzten, gelten als die wesentlichen Mitbegründer der deutschen Philologie und als Bewahrer deutschsprachigen Kulturguts. In Hessen geboren, dem sie sich zeitlebens eng verbunden fühlten, kamen beide nach ihrem gemeinsamen Jurastudium in Marburg über Kassel nach Gottingen, wo sie als Bibliothekare und Professoren tätig waren 1837 gehörten sie zu den "Göttinger Sieben", Professoren, die gegen die willkürliche Auhebung der Landesverfassung durch den König von Hannover protestierten. Noch im gleichen Jahr wurden alle sieben ihrer Ämter enthoben und Jacob sogar als einer der Wortführer am Tag nach der Entlassung des Landes verwiesen. Er zog zu seinem Bruder, dem Maler Ludwig Emil Grimm, nach Kassel, wohin ihm Wilhelm ein Jahr später folgte. 1838 war auch die Geburtsstunde für das "Deutsche Wörterbuch", von dem Jacob annahm, es in sechs oder sieben Jahren vollenden zu können. Tatsächlich dauerte es nach dem Erscheinen der ersten Lieferung 1852 aber noch über 100 Jahre, bis das von den Grimms begonnene Unternehmen seinen vorläufigen Abschluß fand. Schon im Anfangsstadium wurde den Brüdern klar, welch monumentales Werk sie in Angriff genommen hatten und dass daneben für ihre besonders geliebten Arbeitsgebiete - in Jacobs Fall die Grammatik und bei Wilhelm die mittelalterliche Dichtung - nur wenig Zeit bleiben würde. Wilhelm, die poetischere Natur der beiden, bekannte: "Es ist eine Arbeit, vor der mir manchmal graut". Das gesamte Lebenswerk der Brüder Grimm umfaßt viele Gebiete. "Kinder und Hausmärchen" übersetzt in fast alle Sprachen der Welt und "Deutsche Sagen" hatten großen Einfluß auf Dichtung, Bildung und Kunst. "Deutsche Rechtsaltertümer" und die Sammlung der "Weistümer" sichteten und analysierten die altdeutsche Rechtssprache; die "Deutsche Mytholagie" nahm sich des transzendentalen Gedankenguts und der Symbolsprache an. Achim von Arnim schrieb 1809 an Goethe: "Nach meiner Überzeugung gibt es unter allen, die sich jetzt in Deutschland um dessen ältere Literatur bekümmern, keinen, wie Grimm und seinen Bruder, an Wahrheitsliebe, Gründlichkeit, Umfassung und Fleiß".
|