Paul Ehrlich![]() Paul Ehrlich "Ich kann auch in einer Scheune arbeiten und brauche eigentlich nur Röhrchen, Flamme und Löschblatt". Dieser Satz Paul Ehrlichs ist bezeichnend für sein gesamtes wissenschaftliches Leben, in dem er mit geringsten Mitteln genial und bisweilen originell zu neuen, bahnbrechenden Erkenntnissen auf den verschiedensten Gebieten der Medizin gelangte. Seine Arbeiten waren stets von der Vorstellung geleitet, Beziehungen zwischen den biologischen Vorgängen im Organismus und deren chemischen Abläufen herzustellen und im Fall einer Erkrankung die Chemie dann steuernd also heilend gegen die erkannten spezifischen Erreger einzusetzen. Ausgehend von der theoretischen Überlegung, die nach Ehrlichs Überzeugung die Grundlage für jede Erkenntnis war, verstand er es als glänzender Experimentator, seine Vorstellungen in die Praxis umzusetzen. Die konsequente
Verfolgung der Synthese aus biologischen und chemischen Gedankengängen machte Paul
Ehrlich zum Mitbegründer der Immunitätswissenschaft und zum Schöpfer der Chemotherapie,
ein Arbeitsgebiet, dem er die letzten zehn Jahre seines Lebens widmete. Als Krönung
dieser Schaffensperiode gelang ihm zwei Jahre nach der Verleihung des Nobelpreises für
Medizin 1910 die Herstellung des ersten wirkungsvollen Chemotherapeutikums, des
Salvarsans, mit dessen Hilfe sich die Syphilis endlich nachhaltig bekämpfen ließ.
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