Bettina von
Arnim![]() Bettina
von Arnim "Ich weiß, was ich bedarf! Ich bedarf, daß ich meine Freiheit behalte. Zu was? Dazu, daß ich das ausrichte und vollende, was eine innere Stimme mir aufgibt zu tun". Diese Freiheit, die oft genug den Rahmen der Konvention sprengte und die bei vielen Zeitgenossen einen zwiespältigen Eindruck ihrer Persönlichkeit hinterließ, hat Bettina von Arnim bis zu ihrem Tod nicht aufgegeben. Ihre stete Bereitschaft, neue Kontakte zu knüpfen, ließ sie im Laufe ihres Lebens eine Vielzahl interessanter Persönlichkeiten kennenlernen, darunter auch Clara Schumann, die Brüder Grimm und Alexander von Humboldt. Zwei besonders intensive Verbindungen schlugen sich in Bettinas literarischen Werken nieder. In "Goethes Briefwechsel mit einem Kinde" und in "Die Günderode" zeichnete sie, Dichtung und Wahrheit mischend, anhand realer und erdichteter Briefwechsel ihr Idealbild der Beziehung zu Goethe und zu der Dichterin Karoline von Günderode. Ihre wache Intelligenz machte sie aber auch aufnahmebereit für die sozialen und politischen Verhältnisse der Zeit. Sie sah menschliches Elend und politische Mißstände, die sie nicht nur in ihren Schriften anprangerte etwa in "Dies Buch gehört dem König", sondern auch tatkräftig zu lindern suchte. So engagierte sie sich unter Aufbietung persönlicher Mittel bei der Bekämpfung der 1831 in Berlin ausgebrochenen Cholera. Ohne es selbst zu wissen, hatte sie dabei ihre zukünftige Lebensaufgabe gefunden: Menschen in Not zu helfen, für sie Bittgesuche abzufassen und darüber hinaus nach den Ursachen des Leidens zu suchen. In ihren späteren literarischen Werken, vor allem in dem bereits genannten Königsbuch und dessen Fortsetzung "Des Königsbuchs zweiter Band", legte Bettina von Arnim in der ihr eigenen dichterischen Form ihre sozialen und politischen Vorstellungen dar. Aufgrund ihres impulsiven, unkonventionellen und direkten Wesens wurde Bettina oft abgelehnt, mißverstanden, verspottet. Selbst zu den ihr am nächsten stehenden Menschen, wie ihrem Mann Achim von Arnim und ihrem Bruder Clemens Brentano zusammen die Herausgeber der Volksliedersammlung "Des Knaben Wunderhorn" , war das Verhältnis nicht ohne Spannungen. Andere, feinfühligere Naturen wie Wilhelm Grimm erkannten, was ihren wahren Wert ausmachte: "Ihr Herz ist doch besser als sie sich anstellt, und ihr Geist ist einer, wie ihn Gott nicht häufig auf die Welt schickt".
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